Du kennst es sicherlich nur allzu gut: Du sollst ein neues Projekt entwickeln und findest einfach nicht die richtige Idee. Es ist, als wäre dein Kopf damit beschäftigt, jeden kleinen Funken Inspiration von dir fernzuhalten.

Vielleicht sitzt du am Schreibtisch, vor dir liegt ein leeres Blatt und irgendetwas in dir fürchtet sich davor, den ersten Strich zu zeichnen.

Deshalb möchte ich dir hier 3 alltägliche Orte vorstellen, an denen du ganz nebenbei neue Ideen finden kannst, ohne extra Zeit dafür einzuplanen. Darüber hinaus möchte ich kurz darauf eingehen, was für das Finden neuer Ideen eigentlich notwendig ist.

Inspiration für neue Ideen

Um neue Ideen zu finden, benötigst du eine Inspiration, also eine Eingebung oder einen plötzlichen Einfall. Diese ist die Basis allen kreativen Schaffens und somit auch deiner neuen Ideen.

Doch gerade die Inspiration lässt häufig auf sich warten. Mit ihr einher geht eine gewisse passive Haltung, die wir beim krampfhaften Finden einer Idee nicht haben.

»Zusammengefasst ist Inspiration demnach etwas Passives und ein nicht greifbarer Vorgang, auf den man selbst keinen wirklichen Einfluss zu haben scheint. Man kann nicht auf Knopfdruck eine Idee zu einem bestimmten Problem liefern in der Art, wie man zum Beispiel eine Rechenaufgabe löst.«

Dafür verantwortlich ist unser Gehirn.

Was passiert eigentlich in unserem Kopf?

Unser Gehirn wird in zwei Modi unterteilt: linearer Modus (L-Modus) und reichhaltiger Modus (R-Modus).

Beim krampfhaften Versuch, kreativ zu werden, aktivieren wir den L-Modus. Dieser ist für die verbale, analytische, rationale und logische Verarbeitung zuständig. Um nun einen kreativen Ansatz zu finden, müssen wir den R-Modus zulassen, der durch das angestrengte Denken unterdrückt wird.

Der R-Modus steuert die nonverbale, irrationale und intuitive Verarbeitung, die wir für das Ideenfinden benötigen.

Da der R-Modus nicht bewusst gesteuert werden kann, wird es hier umso wichtiger, Wege im Alltag zu finden, die deine Kreativität unterstützen.

Diese 3 Orte können dir dabei helfen.

Ort 1: Die Straßenbahn/Das Auto

Die Straßenbahn bzw. das Auto ist ein perfekter Ort für neue Ideen. Da ich kein Auto besitze, werde ich hier von meinen Erfahrungen in der Straßenbahn schreiben. Diese können allerdings genauso gut auch auf das Autofahren angewendet werden.

Der Weg zur Arbeit gehört für die meisten Menschen zur Routine, über die sie nicht mehr nachdenken brauchen. Genau diesen Aspekt kannst du nun nutzen, um den R-Modus in deinem Gehirn zuzulassen und so neue Ideen zu finden.

Beim Straßenbahnfahren können die unterschiedlichsten Dinge Inspiration bringen: das Gespräch der vor dir sitzenden Personen, das du zufällig mit anhören musst, die Tasche der Frau, die gerade in die Bahn steigt oder die Plakate und Geschäfte, die du im Vorbeifahren ansiehst.

Ich selbst habe auf diese Weise schon einmal eine wichtige Teilaufgabe einer Projektarbeit im Studium entwickelt. Hierbei musste ich ein Logo für unsere fiktiv gegründete Firma entwickeln. Zwar kann ich nicht mehr genau sagen, was mich inspirierte, aber ich weiß noch, dass es ein Objekt war, das ich im Vorbeifahren sah.

Da ich mich mit der Aufgabe generell etwas schwer getan habe, war es umso wichtiger, den Gedanken nicht zu verlieren. Deshalb habe ich alles gleich in einer sehr krakeligen Zeichnung auf meinem Tablet festgehalten und später am Computer zu einem richtigen Logo ausgearbeitet.

Zusammenfassung:

Straßenbahnfahren oder Autofahren kann durch die vielen Eindrücke, die du bekommst, eine sehr kreative Tätigkeit werden. Diese können ganz unterschiedlicher Art sein. Wichtig ist, dass du dir alle interessanten Gedanken notierst.

Beim Autofahren musst du vor allem auch darauf achten, nicht die grundlegenden Dinge des Fahrens aus den Augen zu verlieren.

Ort 2: Die Terrasse

Genau wie die Straßenbahn bzw. das Auto ist die Terrasse ein guter Ort für neue Ideen. Hierbei ist nicht unbedingt entscheidend, dass es sich um eine Terrasse handelt, sondern vielmehr, dass du dich an der frischen Luft befindest.

»Die frische Luft, die Geräusche, der Duft – all das hilft, einen klaren Kopf zu bekommen sowie freier und kreativer an Probleme heranzugehen.«

Du kannst die Terrasse also auch gern gegen ein Picknick im Grünen, einen Spaziergang durch den Park oder das tägliche Laufen durch die Stadt eintauschen.

Wenn du dich für das Laufen durch die Straßen entscheidest, gibt es nur ein kleines Problem: Andere Menschen gehen entweder davon aus, dass du sie ignorierst oder du ein Träumerchen bist. Durch das Denken bekommst du einen Tunnelblick und nimmst um dich herum nur noch das wirklich Wichtige wahr. Deine Gedanken fokussieren sich komplett auf die Lösung deines Problems.

Ich habe deswegen schon sehr oft die Frage von meiner Familie gestellt bekommen, ob ich sie denn nicht sehen will.

Zusammenfassung:

Durch die frische Luft und die Umgebung wird unser Gehirn angeregt, neue Impulse aufzunehmen und diese im Unterbewusstsein mit unseren Problemen zu verbinden. Dabei fördert es in meistens neue Ideen zutage. Auch hier ist wieder besonders wichtig, die Gedanken möglichst schnell zu notieren.

Ort 3: Das Bett

Ja, auch das Bett ist einer der alltäglichen Orte, an denen du neue Ideen findest.

»Im Bett entspannen wir, der Ort wird nicht mit Arbeit verbunden. Und das lässt Innovationen entstehen. Aber auch der Schlaf macht kreativ.«

Mir hilft es oft schon, mich ins Bett zu setzen, wenn ich neue Ideen brauche, ohne zu beabsichtigen, jeden Augenblick einzuschlafen. Allein die Tatsache, dass ich mich im Bett befinde, fördert in meinem Unterbewusstsein einen Zustand der Entspannung zutage. Deshalb schreibe ich Texte zum Beispiel am liebsten im Bett.

Es besteht allerdings die Gefahr, dass, wenn du vor dem Schlafen sehr im Fluss bist, gar nicht mehr schlafen kannst. Dann ist es das Beste, einfach all deine Gedanken unstrukturiert runterzuschreiben.

Zusammenfassung:

Das Bett ist nicht nur zum Schlafen gut, sondern kann ein Raum der Inspiration werden. Jedoch solltest du nach Möglichkeit immer abwägen, wie tief du in deine Gedankengänge einsteigst, um anschließend auch noch schlafen zu können. Wie immer ist es gut, die Gedanken sofort zu notieren, um nichts zu vergessen.

Fazit

Bevor du vor einem leeren, weißen Blatt Panik bekommst, mach lieber eine Pause. Auf Krampf kreativ zu werden, gelingt in den seltensten Fällen. Oft kommt eine Inspiration von ganz allein, wenn du es nur zulässt. Vielleicht probierst du auch einfach die hier vorgestellten Orte aus. Denn Gewohnheit kann sehr wohl ein Garant für neue Ideen sein – allerdings nur dann, wenn damit unbewusste Routinen verbunden sind.

Sicherlich gibt es noch viel mehr alltägliche Orte, an denen du deine Inspiration findest.

Auch, wenn man vielleicht nicht mehr ganz so aufmerksam durch die Straßen läuft, ist es immer gut, seinem Ideenfluss freien Lauf zu lassen und diese vor allem auch irgendwie festzuhalten.

Das Notieren der Gedanken und Ideen ist bei allen Orten das Wichtigste. Dabei kann eine Idee gezeichnet, aufgeschrieben oder als Audio-/Videodatei aufgenommen werden. Meistens ist eine Kombination aus verschiedenen Medien die beste Wahl.

Wo findest du deine Inspiration im Alltag? Verrate es mir in den Kommentaren.