Im heutigen Beitrag möchte ich dir 5 Wege zeigen, einen völlig nutzlosen Planner zu führen.

Das Thema ist mit dieser Formulierung natürlich nicht ganz ernst gemeint, zeigt aber gut, welche Hürden so ein Organizer mit sich bringen kann. Vor allem, wenn du in den Sozialen Medien unterwegs bist, wird dir der ein oder andere Punkt sicherlich schon über den Weg gelaufen sein.

Mir ist es wichtig, etwas Klarheit in das Führen eines Planners (auch Ringplaner oder Organizer) zu bringen, vor allem dann, wenn du noch ganz am Anfang bist. Denn auch ich bin zu Beginn in einige dieser Fallen reingetrappt und kann dir deswegen nur allzu gut ein Lied davon singen.

Mache alles, wie du es bei anderen im Netz findest

Wie oft hast du schon in den Sozialen Medien nach Ringplaner gesucht und hunderte perfekter Bilder gefunden. In der perfekten Schrift, perfekt inszeniert und todschick. Und wie oft hast du gedacht, dass du genau dieses Design auch haben musst.

Inspirationen im Netz zu finden, ist super und auch durchaus legitim. Es gibt viele Bilder rund um Planner und Bullet Journal in den Sozialen Medien, bei denen du dir wichtige und gute Tipps und Anregungen holen kannst.

Allerdings solltest du diese Designs nicht einfach übernehmen, ohne diese zumindest einmal zu hinterfragen. Brauchst du wirklich den Tracker für alle gesehenen Serien?

Nicht alles, was im Netz zu finden ist, ist auch das Passende für dich. Es ist immer gut zu wissen, was du eigentlich suchst und benötigst.

Ich habe oft ein ganz konkretes Problem, was ich mit meinen Vorlagen lösen möchte. Dann gehe ich zwar im Netz auf die Suche nach Inspirationen für Aufteilung und Inhalte. Aber meistens lösen alle gefundenen Designs trotzdem nicht mein ganz exaktes Problem. Denn oft ist es keine Frage des Designs, sondern des gesamten Umgangs bzw. Workflows mit einer bestimmten Vorlage.

Und diese passen einfach nicht für mich. Deshalb entwickle ich auf der Basis meiner Probleme auch eigene Vorlagen.

Wenn du ein Design übernimmst, das du im Netz gefunden hast, achte darauf, dass es nicht nur gut aussieht, sondern auch die Funktionen erfüllt, die du benötigst. Vielleicht enthalten die Vorlagen auch viel zu viele Informationen, die dich in deinem Alltag nur aufhalten und die du eigentlich niemals alle notieren würdest.

Natürlich kannst du durch ganz viel Ausprobieren irgendwann das System für dich finden, was passt. Durchaus wahrscheinlicher ist allerdings, dass du weit vorher aufgibst. Du bist überfordert, weil es nicht funktioniert, frustriert, weil du es nicht hinbekommst, und genervt, weil alles viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Anfangen bzw. Durchhalten für das Führen eines Planners wird so immer schwerer.

Das wichtigste ist immer, dass die Vorlagen in erster Linie praktisch sind und zu dir und deinem Alltag passen. Wie genau dein Leben aussieht, weißt du am besten.

Tracke jede Kleinigkeit in deinem Leben

Was gibt es Besseres, als das ganze Leben zu dokumentieren? Welches Buch hast du gelesen, welchen Film hast du gesehen? Welche Serie hast du geschaut? Wann hast du welche Mahlzeit zu dir genommen?

Mal ganz im Ernst: Warum ist es für dich wichtig, diese ganzen Dinge in Trackern festzuhalten? Weil es jede:r andere auch macht? Oder weil du damit ein ganz bestimmtest Ziel verfolgst?

Wenn die Tracker dich auf deinem Weg zum Ziel vorwärtsbringen, ist es vollkommen ok, diese zu benutzen. Aber bei vielen Trackern ist das einfach nicht der Fall. Sie werden benutzt, um etwas tracken zu können oder weil es schön aussieht.

Diese Tracker bringen dich aber nicht weiter! Im Gegenteil, sie hindern dich eher daran, deine eigentlichen Ziele zu erreichen, weil du unnötig viel Arbeit und Zeit in das Falsche investierst.

Gegen Tracker per se ist absolut nichts einzuwenden. Sie können dich dabei unterstützen, an einer Aufgabe dranzubleiben. Sie können dich auch dabei unterstützen, eine neue Routine zu etablieren. Aber dann haben sie auch einen Sinn und unterstützen dich bei dem Weg zu deinem Ziel.

Ich persönlich wollte, als ich mit meinem Planner begonnen habe, auf gar keinen Fall Tracker. Ich habe einfach keinen Sinn darin gesehen bzw. nicht gewusst, was ich sinnvoll dokumentieren sollte.

Doch irgendwann kam der Punkt, an dem Tracker für mich nützlich wurden. Zum einen, um das tägliche Meditieren zu festigen und zum anderen, um endlich mehr Aussagen zum Auslöser und Verlauf meiner vielen Kopfschmerz- und Migräneattacken machen zu können.

Deshalb gehören bestimmte Tracker, die im Zusammenhang mit den Kopfschmerzen stehen, für mich heute einfach dazu.

Gegen Tracker ist also gar nichts zu sagen oder einzuwenden. Wichtig ist, dass du dir vor Augen hältst, warum du einen bestimmten Tracker verwenden möchtest und ob er dich dabei unterstützt, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

aufgeschlagener Planner mit ausgefüllten Trackern

Achte darauf, dass jede Seite fototauglich ist

Wenn du in den Sozialen Medien durch die Timeline scrollst, findest du viele perfekte Planner und noch perfektere Seiten in den Ringplanern drin. Aber ist dir mal aufgefallen, dass es ganz viele Kalendereinträge gibt, die scheinbar ohne eine bestimmte Uhrzeit auskommen? Also selbst dann, wenn der gesunde Menschenverstand genau das erwartet?

Da kommt bei mir jedes Mal der Verdacht auf, dass der Organizer entweder nur deshalb geführt wird, um tolle Fotos zu erzeugen, oder aber die Seiten noch einmal gesondert in Szene gesetzt werden. Mit der Realität hat beides jedenfalls nichts zu tun.

Leider verleitet es dich und auch mich immer dazu, genau diesen Anspruch an den eigenen Planner zu haben. Dabei muss ein Organizer nicht hübsch sein. Er muss zu dir und deinem Alltag passen.

Was nutzt mir ein Zahnarzt-Termin, den ich mir vor sechs Monaten notiert habe, wenn keine Uhrzeit dabei steht?

Der Planner ist deine Gedankenstütze, vielleicht sogar deine Schaltzentrale. Wenn du hier nicht die wichtigen Infos notieren kannst, wo dann? Wenn du die Infos auf verschiedene Tools aufteilst, warum benötigst du dann überhaupt einen Organizer?

Der Ringplaner ist ein Arbeitsinstrument, mit dem du deinen Alltag beschreitest. Es ist ganz natürlich, dass es da auch mal etwas chaotisch aussieht. Immerhin verläuft dein Alltag nicht immer nach Plan.

Und auch geplante Dinge können sich ändern und verschieben.

Dein Planner ist trotzdem jederzeit fotobereit? Dann bist du echt zu beneiden. Denn ich habe das bisher noch nicht hinbekommen. Suche aber für die Sozialen Medien auch oft genug weniger chaotische Seiten raus. Deshalb gibt es jetzt mal einen Einblick von der Realität.

ausgefüllter Wochenplan im aufgeschlagenen Planner

Verbringe Tage mit dem Aufsetzen deines Planner

Ein neuer Organizer ist toll. Und auch die Energie, diesen einzurichten und das erste Mal zu benutzen, kann deine Motivation steigern.

Wenn du allerdings nur noch damit beschäftigt bist, deinen Planner zu perfektionieren, vergisst du schnell, wofür er eigentlich da ist: das Planen und Unterstützen im Alltag. Auch ich musste das erst langsam lernen.

Als Perfektionistin fällt es mir nicht immer leicht, auch mal Chaos in meinem Planner zuzulassen. Vor allem zu Beginn habe ich jede Notiz des Tages am Abend noch einmal ordentlich abgeschrieben. Und wenn das Führen deines Ringplaners mehr Zeit in Anspruch nimmt als der Nutzen, dann läuft was falsch.

Ich selbst wollte das zu Beginn auch nicht wahrhaben. Mein neuer Planner sollte schließlich perfekt werden. Aber ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich das dauerhaft gar nicht durchhalten kann.

Und so habe ich nach und nach meine drei Pläne (Monats-, Wochen-, Tagesplan) auf einen reduziert. Das erspart nicht nur Zeit, sondern auch ganz viele doppelte Einträge. Der Prozess hat allerdings gute drei Jahre gedauert, bis ich an dem Punkt bin, den ich heute erreicht habe.

Planung an sich ist vollkommen ok, dort, wo sie notwendig ist. Und es ist auch ok, wenn du dir dafür Zeit nimmst. Das mache ich auch heute noch – eben nur nicht mehr täglich mehrere Stunden. Sondern einmal im Quartal und dann jede Woche einmal für die Wochenplanung.

Wichtig ist, dass du die Balance findest, mit der du leben kannst und die zu dir und deinem Alltag passt.

Es entspannt dich, deinen Planner komplett per Hand zu zeichnen? Super, dann hast du für dich eine tolle Methode zum Entspannen gefunden. Mich persönlich würde das tierisch nerven (mal abgesehen davon, dass ich dafür gar nicht die Zeit habe).

Nutzte für jeden Lebensbereich einen extra Planner

Ordnung ist das halbe Leben und so wie sich Lebensbereiche trennen lassen, so kann auch alles in extra Organizern getrennt werden.

Leider funktioniert das nur in der Theorie. Denn auch deine Lebensbereiche lassen sich meistens nicht klar voneinander abtrennen, sondern sind auf die ein oder andere Art miteinander verflochten. Arbeitest du z.B. an einem Tag länger als gewöhnlich, hat das Auswirkungen auf deine Freizeit. Wenn du alle Bereiche trennst, verlierst du leicht den Überblick.

Ich spreche da durchaus aus Erfahrung. Ganz zu Beginn habe ich meinen Planner ausschließlich für die Arbeit genutzt. Private Termine haben darin also gar nicht stattgefunden. Allerdings wurden meine Arbeitszeiten so unregelmäßig, dass ich irgendwann nicht mehr in der Lage war, eine Aussage über meine freie Zeit zu treffen – weder auf Arbeit noch privat. Und fraeulein artista lief auch noch nebenbei, um das zeitliche Chaos perfekt zu machen.

Es ist leider öfter passiert, dass ich bei einem beruflichen Termin am Nachmittag zugesagt habe, obwohl ich da eigentlich schon seit Wochen privat verplant war. Einfach nur, weil ich die Bereiche komplett voneinander getrennt hatte.

Deshalb war es der einzig logische Schritt, alles in einem Ringplaner zusammenzuführen. Mittlerweile denkt mein Planner sogar für die ganze Familie mit.

Das tolle am Organizer ist doch, dass trotz vieler Bereiche kein Chaos herrschen muss. Möglich machen das Trenner, Lesezeichen und die Möglichkeit, alles immer wieder neu zu sortieren.

Und so erfüllt mein Planner aktuell mehrere Zwecke: Er ist Kalender, Tagebuch, Notizbuch, enthält Tracker, wichtige Businessdinge, Checklisten und Masterpläne. So habe ich einfach immer alles dabei, was ich benötige.

Natürlich kann es dennoch Sinn machen, mehrere Planner zu benutzen. Am Ende ist es wichtig, dass du mit deinem System klar kommst. Sinnvoll kann es z.B. sein, die Finanzen in einem separaten Organizer auszulagern.

Für unsere Pflanzen gibt es tatsächlich auch einen eigenen Ringplaner, den wir gerade mit unserer Kleinen zusammen aufbauen. Hier sind alle neuen Vorlagen zu Pflanzen & Garten vereint, die du auch im Shop findest.

Letztendlich ist auch mein Planner-Archiv irgendwie ein eigener Planner – wenn auch seit diesem Jahr in Form eines gebundenen Buches.

Planner Archiv

Fazit

Natürlich kannst du dir im Netz Anregungen und Inspirationen für deinen Planner holen. Wichtig ist nur, dass diese Designs und der Aufbau deines Organizers auch zu dir und deinem Leben passen.

Führe den Planner für dich und nicht, um perfekte Fotos zu machen. Dann kann der Ringplaner zu einer echten Hilfe in deinem Alltag werden. Und auch die Motivation für das Führen des Organizers fällt dir dann leichter.

Klar ist auch, dass ein schönes Design mehr motiviert. Aber beachte, dass die Erstellung und Gestaltung deines Planners immer im Verhältnis zu deinem Alltag und der verfügbaren Zeit steht.

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