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schriftmischung

Schriftmischung: Was du bei der Kombination von Schriften beachten solltest

von | 7.03.2017

Es ist eine Wissenschaft für sich. Viele Typografen beschäftigen sich mit ihr und falsch eingesetzt, zerstört sie jede Gestaltung: die Schriftmischung.

Schriften unterliegen einer Mode und werden als solche immer subjektiv wahrgenommen. Und doch ist es fast unerlässlich mit verschiedenen Schriften zu arbeiten, wenn du eine gut gegliederte Gestaltung erreichen möchtest.

Doch wie genau kannst du eine gute Gestaltung durch Schrift erreichen?

Was ist Schriftmischung?

Unter dem Begriff Schriftmischung versteht man die Kombination verschiedener Schriften oder Schriftschnitte (beispielsweise regular – bold, normal – kursiv).

Das Mischen der Schriften kann den Text beleben und den Inhalt visuell aufbereiten. Gerade bei Unternehmen und Marken ist die Wahl der richtigen Schriften entscheidend für das Gefühl, das dir vermittelt werden soll. Doch auch in einem Text ist die Wahl der richtigen Schriften wichtig.

“Ästhetisch gestaltete und durchdacht strukturierte Texte fördern die Lesemotivation und den Lesefluss.”
schriftgestaltung.com

Welche Möglichkeiten gibt es, Schriften zu mischen?

Generell hast du zwei Möglichkeiten, Schriften zu kombinieren.

Die erste Möglichkeit ist das Mischen innerhalb einer Schriftfamilie. Das heißt, dass du dir eine Schrift wählst, die verschiedene Schriftschnitte besitzt: dünn, normal, kursiv, fett, extra fett.

schriftmischung Schriftfamilie Futura

Oftmals ist das Mischen der Schrift innerhalb einer Familie bereits ausreichend. Hier entsteht ein harmonisches Bild, da alle Schriftschnitte aufeinander abgestimmt sind. Du kannst also mit dieser Methode eigentlich nichts falsch machen.

“Es können ganze Bausteine eines Textes (zum Beispiel Überschriften, Einleitung, Absatz, Literaturangaben, Bildunterschriften oder Fußnoten) oder nur einzelne Abschnitte eines Absatz (Bedeutsames, Zitate oder Eigennamen u.ä.) in unterschiedlichen Fonts gesetzt werden. Die Auszeichnung einzelner Passagen kann sich in das Gesamtbild und den Grauwert des Textes integrieren und wird vom Leser erst bemerkt, sobald er die betreffende Stelle liest (durch kursiv und gesperrt gesetzte Worte oder Kapitälchen) oder auffälliger zum Beispiel durch fette Schnitte, Versalien oder eine andere Schriftart erfolgen.”
schriftgestaltung.com

Die zweite Möglichkeit ist das Mischen von verschiedenen Schriften. Bei dieser Variante habe ich in meiner Ausbildung gelernt, dass die Schriften gut zu unterscheiden sein sollten. Das heißt, dass du Schriften verschiedener Arten verwendest. Als Beispiel kannst du die dir sicher gut bekannten Schriften Arial (serifenlos) und Times (Serifenschrift) nehmen. Das Ganze ist aber natürlich auch mit Schreibschriften und einer der anderen Arten möglich.

Doch mittlerweile kannst du gerade im Web immer mehr Beispiele finden, bei denen die Schriftmischung auf den ersten Blick gar nicht auffällt und zwei sehr ähnliche Schriften kombiniert werden. Allerdings rate ich dir nur dann dazu, wenn du Schriftmischung im Grunde wirklich gut beherrscht.

Meine Lehrer in der Ausbildung sagten immer: “Kenne die Regeln und breche sie.” Und wenn du das tust, dann tust du es ganz bewusst.

Generell unterliegt die Schriftmischung immer der modischen Erscheinung von Schriften und dem damit verbundenen subjektiven Eindruck. Erlaubt ist also, was gerade angesagt ist und gefällt.

Was ist beim Mischen von Schriften zu beachten?

Einiges solltest du allerdings bei allen Schriftkombinationen beachten: Mische niemals mehr als 2 bis 3 Schriften! Ansonsten wird die Gestaltung schnell unruhig und sieht in den meisten Fällen auch nicht mehr schön aus.

Die Missachtung dieses Grundsatzes kannst du oft bei billigen Werbeblättern oder Flyern beobachten, die du fast täglich in deinem Briefkasten findest. Wenn dann noch knallbunte Farben hinzukommen, ist eigentlich schon alles hoffnungslos verloren.

Wenn du dich für das Mischen von Schriften entscheidest, solltest du unbedingt darauf achten, dass jeder Schriftschnitt oder jede Schrift auch eine Funktion besitzt – und diese dann auch konsequent durchziehst. Dadurch wird es für den Leser wesentlich einfacher, sich innerhalb der Gestaltung zu orientieren.

So kann zum Beispiel die Überschrift eine andere Schrift haben, als der Text. Auch Zitate können anders (z.B. kursiv) gesetzt werden als der Fließtext. Beachten musst du hier vor allem die Hierarchie der einzelnen Schriften und Überschriften. Es macht einfach keinen Sinn, die Hauptüberschrift viel kleiner zu setzen als die Überschrift der 3. Ordnung.

Welche Hilfsmittel gibt es für das Mischen von Schriften?

Das Mischen von Schriften ist eine Wissenschaft für sich. Glücklicherweise gibt es mittlerweile verschiedene Hilfen im Internet.

Eine, die meine Entscheidung für die Wahl der Schriften von fraeulein artista bestätigt hat, ist Google Fonts. Hier kannst du Schriften nach Stilen sortieren und die favorisierten Schriftschnitte aussuchen. In den Details siehst du dann, welche Schriften zu deiner gewählten Schrift passen.

Der Nachteil ist, dass diese Übersicht nichts über die Zusammenwirkung mit dem Inhalt aussagt. Auch, wenn du eine gute Mischung gefunden hast, muss diese noch lange nicht zu deinem Inhalt passen.

Hier ist die Übersicht der Canva Design School (englisch) eine super Ergänzung. In der Übersicht siehst du nicht nur, wie Kombinationen bestimmter Schriften aussehen und welche Möglichkeiten es gibt. Sondern du hast immer ein Anwendungsgebiet und die generelle Wirkung dieser Kombination aufgezeigt.

Um sich Inspirationen darüber zu holen, welche Möglichkeiten es für die Kombination von Schriften alles gibt, lohnt sich ein Blick auf typespiration.com. Neben Beispielen für Schriftmischungen, kannst du hier auch Farbeispiele ansehen. Und wenn dir ein Beispiel besonders gut gefällt und du dieses eins zu eins auf deiner Website übernehmen möchtest, kannst du über “Quick Use” sogar die benötigten Angaben kopieren.

Auch Pinterest bietet an dieser Stelle wieder viele, hilfreiche Anwendungsbeispiele, Infografiken und Erklärungen zum Finden der passenden Kombination für dein Projekt.

Wie sieht die Schriftmischung von fraeulein artista aus?

Für fraeulein artista stand von Anfang an fest, dass ich meine Lieblingsschrift – die Futura – benutzen möchte. Da diese verschiedene Schriftschnitte hat und ich einen leichten, feinen Eindruck wollte, habe ich mich für die Light-Version dieser Schrift entschieden.

Allerdings ist die Futura keine Web-Schrift und wird deshalb am Bildschirm und speziell auf der Website nicht ordentlich angezeigt. Hinzu kommt, dass nur Browser, bei denen die Schrift installiert ist, auch die eigentliche Schrift anzeigen können. Deshalb stand relativ schnell fest, dass ich mit Google-Fonts arbeiten werde.

Die Suche nach einer passenden Alternative zur Futura hat dann aber doch etwas gedauert. Letztendlich habe ich mich für die Quicksand entschieden. Diese kommt zwar bei den Sonderzeichen nicht immer an die Futura heran, aber im Großen und Ganzen sieht das Schriftbild ähnlich genug aus, um damit leben zu können.

schriftmischung Schriften

Genau wie in den Grafiken wollte ich auch in den Schriften den Kontrast zwischen feinen Haarlinien und stärkeren Akzenten. Auf der Suche nach guten Schriftmischungen bin ich auf das &-Zeichen der Playfair Display gestoßen. Zu diesem Zeitpunkt musste ich allerdings erst einmal auf die Suche gehen, zu welcher Schriftart dieses Zeichen überhaupt gehört.

Lange Zeit wusste ich dann allerdings nicht, wie ich die Playfair Display in das Design der Website einbaue, da sie mir viel zu grob vorkam.

Hier hat letztendlich der Countdown des Adventskalenders 2016 den Durchbruch geschafft. Ich spiele mit verschiedenen Schriftgrößen und Variationen und setze die Playfair Display als Akzent ein. So habe ich die für mich passende Schriftmischung gefunden – und breche ganz bewusst die Regeln durch die Anordnung der einzelnen Überschriften.

schriftmischung fraeulein artista

Fazit

Schriftmischung kann eine Wissenschaft für sich sein. Was heute noch verboten ist, ist morgen vielleicht der letzte Schrei. Es ist und bleibt eben Geschmackssache.

Wenn du dich an jedoch an ein paar wenige Regeln hältst, kann eigentlich nichts schief gehen.

Und um bei der Kombination von Schriften nicht den Überblick zu verlieren, gibt es glücklicherweise mittlerweile viele, hilfreiche Online-Ressourcen.

Wie findest du die für dich passenden Schriftkombinationen? Welche Ressourcen nutzt du für die Recherche?

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